Ratgeber

Die Pflegebegutachtung: so bereitest du dich auf den MD-Besuch vor

Aktualisiert am 30. Mai 2026 · 5 Min. Lesezeit

Der Besuch des Medizinischen Dienstes entscheidet über deinen Pflegegrad – und damit über alle Leistungen. Das macht vielen Bauchschmerzen. Muss es nicht: Mit ein bisschen Vorbereitung gehst du gelassen rein. Wir zeigen dir, worauf es ankommt.

Was beim Termin passiert

Ein Gutachter des Medizinischen Dienstes (bei privat Versicherten: Medicproof) besucht dich zuhause – manchmal auch per Telefon oder Video. Er schaut sich an, wie selbstständig du in sechs Lebensbereichen bist: Mobilität, geistige Fähigkeiten, Verhalten, Selbstversorgung, Umgang mit Krankheit/Therapie und Gestaltung des Alltags.

Diese Unterlagen solltest du bereitlegen

Leg dir vorher zurecht, was den Hilfebedarf belegt:

  • Liste der behandelnden Ärzte, ggf. Arzt- oder Entlassungsberichte
  • aktueller Medikamentenplan
  • Liste der genutzten Hilfsmittel und geplanter Umbauten
  • Schwerbehindertenausweis (falls vorhanden)
  • Pflegedokumentation, falls ein Pflegedienst beteiligt ist
  • eigene Notizen zum Pflegeverlauf und zu allen, die mithelfen

Der wichtigste Tipp: ehrlich bleiben, nichts beschönigen

Viele Menschen geben ungern zu, dass etwas nicht mehr klappt – und reißen sich beim Termin zusammen. Das ist menschlich, aber es schadet: Der Gutachter kann nur bewerten, was er sieht. Zeig den Alltag ehrlich, auch den schlechten Tag. Übertreiben solltest du aber auch nicht – glaubwürdig bleiben.

Du hast das Recht auf ein Vier-Augen-Gespräch mit dem Gutachter – wichtig bei schambesetzten Themen oder bei Demenz. Und: Lass die pflegebedürftige Person nie allein, eine Vertrauensperson sollte dabei sein.

Fristen & Geld – gut zu wissen

Die Pflegekasse muss in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen ab Antrag entscheiden. Hält sie die Frist nicht ein, zahlt sie dir 70 € pro angefangener Woche. Denk dran: Leistungen gibt es rückwirkend ab dem Monat der Antragstellung – nicht ab dem Begutachtungstermin.

Bist du mit dem Bescheid nicht einverstanden, kannst du innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen.

Nach dem Termin

Mach dir direkt nach dem Besuch Notizen: Was wurde besprochen, wie lange dauerte es, gab es Unstimmigkeiten? Das hilft enorm, falls du später Widerspruch einlegen möchtest.

Wir bereiten dich auf die Begutachtung vor und sind auf Wunsch beim Termin an deiner Seite – damit dein tatsächlicher Bedarf auch ankommt.

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Quellen

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Maßgeblich sind die Auskünfte deiner Pflegekasse.

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